Das braucht man(n) doch nicht…
Death – Birth – Love
Nachdem ich mich mit Azrael und diesem Blog mit den Themen Tod & Vergänglichkeit beschäftige, musste ich mich zwangsläufig auch mit meiner eigenen Vergänglichkeit, mit meinen selbst erfahrenen Toten und mit meiner ganz persönlichen Trauer auseinandersetzen.
Und da ich dazu neige, alles zu hinterfragen – auch mein eigenes Tun und Handeln – wie auch den Sachen auf den Grund zu gehen, stellte ich fest, dass ich mit den mir bekannten Trauerbegleitungen wenig bis gar nichts anfangen konnte.
Plüschige Trauer? Nein Danke!
Warum zur Hölle sollte ich eine Kerze anzünden und mich kreativ mit meiner Trauer auseinandersetzen, wenn verdammt nochmal mein Sohn gestorben ist, bevor ich ihn überhaupt kennenlernen konnte!
Was zur Hölle soll das Bitte – er ist TOT! TOT! TOT! TOT! und all dieses plüschige Getue bringt ihn nicht zurück!
Jedes – Ach das tut mir aber leid – klang so hohl in mir und hat mir nichts gebracht – wusste ich doch Selbst nicht, wie ich damit umgehen sollte!
Und egal in welchen SocialMedia-Kanälen ich unterwegs war, überall waren da Kerzen und je nach dem, was da gerade Trend war „Aufsteigende Luftballons“ oder aktuell Kintsugi – wir hauen mit dem Hämmerchen aufs Sparschwein, aber bitte so, dass wir es anschließend schön wieder zusammenkleben können…
Wie wäre es mit Glitzer?
Hallo, ich sitze vor den Trümmern meiner nicht existierenden Vaterschaft! Soll ich nun meinen toten Sohn mit UHU wieder zum Leben erwecken? Und noch ein bisschen Goldfarbe dazu, damit die Narben in meiner Seele etwas schöner Glitzern?
Überhaupt Glitzer, überall Glitzer!
Nein, das ist definitiv nichts für mich.
Mein persönlicher Trauerbegleiter
Da setze ich mich lieber in Azrael, starte den 5 Liter V8 Motor (Ja, ein Verbrenner) und spüre die Leichtigkeit des Seins und die Tatsache das ich Lebe, während sich andere beim Anblick des Leichenwagens bekreuzigen!
Das ist meine Art, mit meiner Trauer umzugehen und diese offene und manchmal auch sehr direkte Art ist MEIN Weg, damit umzugehen und weiterzuleben.
Azrael ist mein ganz persönlicher Trauerbegleiter.
Und jetzt?
Und da ich den Dingen gerne auf den Grund gehe, habe ich 2024 eine Ausbildung nach BVT-Standard (BVT – Bundesverband Trauerbegleitung e.V.) bei Petra Sutor begonnen, die ich im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen habe.
Bis vor kurzem war ich mir noch nicht sicher, was ich mit dieser Ausbildung anfangen werde, doch mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass es noch mehr Menschen – nicht nur Männern – so geht, wie mir.
Wir brauchen kein Glitzer, keine Kerzen, keine Plüsch für unsere Trauer!
Es muss andere Wege, andere Methoden geben, zu „lernen“, mit der eigenen Trauer zu leben!
Trauer integrieren
Darum geht es!
Trauer kann man nicht wegzaubern, nicht wegreden, nicht wegmachen!
Wer Euch das weismachen will, der lügt! Trauer bleibt – ein Leben lang. Alles, was Du lernen kannst, ist sie zu akzeptieren und in Dein Leben zu integrieren!
Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Sie wird nicht leichter, aber anders.
Trauer gehört zum Leben dazu, genauso wie der Tod, genauso wie die Vergänglichkeit dazugehört.
Lass sie in Dein Bewusstsein,
akzeptiere sie,
nimm sie an,
lebe sie aus.
Vielleicht kann ich Dir dabei helfen und wenn Du magst, kannst Du ja mal schauen, ob ich Dich dabei unterstützen darf.
Weitere Infos findest Du hier ENDLICH leben auf Instagramm
Oder auf der Webseite ENDLICHleben


