Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

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Rudeltiere?

Ein Leichenwagen kommt selten alleine…

Scientia Mortuorum (Titelbild)
Festung Grauerort

Am letzten Samstag fand in der Festung Grauerort in Stade das Scientia Mortuorum – von der Wissenschaft der Toten statt. Eine Veranstaltung der Friedhofsflüsterin Anja Kretschmer mit interessanten Vorträgen, Workshops, Kunst und Kultur und…

Azrael auf einer Klappbrücke kurz vor Stade
8 km vor der Festung im Stau

…Leichenwagen.

Über 25 Leichenwagen der unterschiedlichsten Art, Fabrikat und Alters – ähnlich wie deren BesitzerInnen – über den jeweiligen Erhaltungszustand lässt sich streiten.

Azrael auf der Klappbrücke
Hängepartie

Und anscheinend riechen sich diese Fahrzeuge und ziehen sich magisch an – es dauerte nicht lange, da gesellte sich ein Zweiter dieser Gattung dazu:

EIn zweiter Leichenwagen gesellt sich dazu
Wundersame Vermehrung

Am Veranstaltungsort wurde dann sorgsam darauf geachtet, die Herde in einem kleinen Pferch zusammen zu halten.

Eine kleine Herde Leichenwagen
Der Pferch

Doch anscheinend hatte die Veranstalterin nicht mit dem Drang zur Rudelbildung der Leichenwagen gerechnet, denn schnell wuchs die Herde an.

Und das, obwohl die Fahrzeuge teilweise eine Anreise von 500 km und mehr hinter sich gebracht hatten.

Wie würde das wohl am nächsten Tag aussehen?

Magic Lights Tour 2021

Rückblick

Der zweite Spiegel gegen den „Toten“ Winkel

Das war also die Magic Lights Tour 2021 – eine Rundreise über 1.600 km, über 7 Friedhöfe, mit viel Regen und weniger Licht, als vorgesehen, mit tollen Begegnungen, neuen Freundschaften und vielen Eindrücken – die Reiseroute:

Ich werde sicher wieder an den Sylvensteinspeicher fahren, die Friedhöfe in München besuchen und ein kleines Leichenwagentreffen machen – ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Gisela und Wolfram!

Ich hoffe, es hat Euch gefallen und Ihr kommt demnächst mit auf die Nordtour?

Magic Lights Tour – Tag 7

Nordfriedhof

Der letzte Tag in München begann leider genauso verregnet, wie der vorherige geendet hatte. Als letzte Station hatte ich mir den Nordfriedhof ausgesucht, dessen Aussegnungshalle mit den beiden Sphingen sehr markant ist. Auf diesem Friedhof befinden sich rund 34 Tsd. Gräber.

In der Nähe befindet sich auch der Neue Israelitische Friedhof, der aber – wie so viele jüdische Friedhöfe – geschlossen war.

Gerne hätte ich endlich mal einen solchen Friedhof besucht, deswegen habe ich in meiner Fototasche immer eine Kippa dabei.

Zufällig fand ich mit Azrael einen Parkplatz direkt vor der Trauerhalle.

Vielleicht lag es auch ein wenig am Wetter, aber dieser Friedhof zog mich weniger in seinen Bann, lediglich ein paar wenige Grabanlagen vermochten es, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Dabei stach mir eine Grabskulptur besonders heraus, erinnerte sich mich doch an die drei Nornen aus der Edda – die drei Schicksalsfrauen; Sie heißen Urd (Schicksal), Verdandi (das Werdende) und Skuld (Schuld; das, was sein soll).

Gegen Mittag machte ich mich dann auf zu meiner letzten Station – Erding.

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