Schande über mich!
Ich habe es tatsächlich nicht geschafft, über die Leipziger Leichenwagenprozession zu schreiben, geschweige denn über das Ergebnis des Spendenmarathons zu schreiben – doch nun gibt es einen Rückblick auf diese bewegende Zeit.
Doch wer mir auf Instagram folgt oder auf betterplace auf der Projekt-Seite geschaut hat, der sollte informiert sein – deshalb gibt es hier lediglich ein Bild:

Wenn Ihr noch ein paar bewegte Eindrücke von der Leichenwagenprozession haben möchtet, dann empfehle ich Euch die diversen Beiträge auf YouTube – Bilder sagen so viel mehr als Worte.
Und jeder der dabei war, bekommt sicher Gänsehaut, wenn er an die Szenerie denkt, als wir vom Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig abgefahren sind.
Die ersten 500 Meter standen an beiden Fahrbahnrändern Massen von Menschen, es schien kein Ende zu nehmen. Der HAMMER!
Vielen, vielen Dank an alle, die dabei waren und an alle, die mit Ihrem Besuch gezeigt haben, dass die Themen Tod und Vergänglichkeit in die Mitte der Gesellschaft – in die Öffentlichkeit – gehören!
Mein ganz persönlicher Gänsehaut Moment war jedoch ein anderer – zwei Wochen vor Pfingsten, am 04. Mai 2026, starben zwei Menschen bei einer Amokfahrt mitten durch die Leipziger Innenstadt, weitere teilweise schwer verletzt.
Am Freitag vor unserer Prozession hatte ich die Ehre, einen Blumenstrauß als Zeichen unserer Verbundenheit mit den Opfern und den Leipzigern am Paulinum abzulegen.
Das Video wurde über 1,7 Millionen mal auf Instagram und über 300TSD mal auf TikTok angesehen – da wor ich dann doch schon etwas geflasht.
Apropos TikTok – dort findet Ihr auch kurze Videos (Reels) von mir.
Zum Leben gehört der Tod dazu

Am 19. Mai 2026 verstarb unsere Freundin Karin an Krebs. Keine zwei Tage später sind wir Donnerstags nach Leipzig aufgebrochen.
Wir wussten schon länger, dass Karin nicht mehr lang unter uns weilen würde und der Krebs ein weiteres Opfer gefordert hat.
Und doch traf uns die Nachricht wie ein Schlag in die Magengrube und ganz besonders für Silvia, die über 20 Jahre mit Karin zusammengearbeitet hatte und die Ihr zur Seite stand, als Branko 2019 ebenfalls an Krebs starb, waren es sehr emotionale Tage in Leipzig.
Ich selbst hatte Karin über Silvia kennengelernt und die monatlichen Frühstückstreffen waren eine feste Größe im Terminplan.
Durch unseren – für Außenstehende – etwas unkonventionellen Umgang mit den Themen Tod und Vergänglichkeit war es Karin und Ihrem Mann Benny möglich, frei und unbelastet über den bevorstehenden Abschied zu sprechen und diesen zu gestalten.
Und so trat Karin am 02. Juni 2026 Ihre letzte Reise in einem Kombi an:

Liebe Karin, lieber Benny,
gerne habe ich Karins Wunsch, in Azrael Ihre letzte Reise anzutreten, erfüllt. Es war mir eine große Ehre.
An dieser Stelle möchte ich auch dem Bestattungsunternehmen Grünewald und Baum aus Mainz für diese Möglichkeit danken.
#sagemeinendank
Unterwegs im Auftrag der Endlichkeit

Auch wenn es – aus den obengenannten Gründen – hier in der letzten Zeit etwas ruhig gewesen sein mag, Ihr könnt Euch sicher sein, dass Azrael auch weiterhin Unterwegs sein wird – im Auftrag der Endlichkeit.



Wie denkst Du darüber?