Man(n) sollte meinen, ein Trauerbegleiter sei so routiniert, das in Todesfälle im eigenen Umfeld nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Mitnichten – es gibt immer einen Unterschied bei eigener Betroffenheit.

Und genau das zeichnet einen „guten“ Trauerbegleiter aus – genau in den Fällen, in denen man zu nah am Geschehen ist, dies auch deutlich zu artikulieren und Nein zu einer Anfrage nach Begleitung abzulehnen.

Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille – mit der eigenen Betroffenheit, mit den eigenen Gefühlen umzugehen ist auch dann nicht einfacher.

Denn es gibt keine Patentrezepte für Trauer, keine „wirkt innerhalb von Sekunden“ Tabletten, es gibt kein „einfach mal wegpusten“.

Jede Trauer ist individuell und spült andere Erlebnisse, Trauerereignisse – auch die anderer Mitbeteiligter – hoch und ergibt eine eigene Trauermelange mit der man lehren muss zu leben.

Und so ergeht es mir gerade.

Gleichzeitig geht das Leben seinen gewohnten Gang, mit allem was dazugehört und manchmal ist man froh, wenn es einem gelingt, einfach den Kopf über Wasser zu halten.

Passt auf Euch auf. 🖤