Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

Kategorie: Azrael (Seite 33 von 50)

Alles was mit Azrael himself zu tun hat (Werkstatt, Verbrauch, etc.)

Ahn`ner Leitplank

Ein Knall, ein Schrei, Schluss, aus und alles vorbei.

Heute findet Ihr einen sehr nachdenklichen und berührten Azrael und mich vor.

Passend hierzu und als Einleitung sehr gut geeignet fiel mir ein Lied von BAP ein:

Fahr draan vorbei,
”Oh Mann”, denk ich mir dobei,
”Wie flöck dat jeht,
Dat et dieh Jlöck ni’ mieh deit.“
Un für ‘n Sekund
Ess et su, als ob ich he stund:
’Ne Knall, ’ne Schrei,
Schluss, aus un alles vorbei.

aus „Ahn`ner Leitplank“ von BAP

Am Samstag fuhr ich mit Azrael in die nächstgelegene Stadt. Der Weg dorthin führt auf einer Bundesstraße entlang und dann an einer Ampelanlage links in den Ort.

Als ich nun an der Ampel mit Azrael ankam, sah ich ca. 500 Meter vor mir auf der Gegenfahrbahn ein Trümmerfeld und links am Farbbahnrand ein Fahrzeug stehen. Erster Impuls – hinfahren, erste Hilfe leisten (mit einem Leichenwagen?) – im zweiten Moment, da sind sichtbar schon Leute an der Unfallstelle, es wird geholfen.

Auf dem Rückweg, ca. eine Stunde später war dieser Teil immer noch gesperrt und dementsprechend war klar, dass hier ein Unfall mit Todesfolge geschehen sein musste, da eine längere Unfallaufnahme stattfand. Feuerwehr und Rettungsdienst waren keine mehr zu sehen.

Später habe ich erfahren, das ein Auto aus unbekannten Gründen in den Gegenverkehr geraten war und dabei frontal mit einem Motorrad zusammengestoßen ist. Der Fahrer des Motorrades und seine 14 jährige Tochter sind noch an der Unfallstelle verstorben.

Heute, vor ca. 1 Stunde erreicht mich die Nachricht, dass der ein Jahr ältere Bruder eines Freundes gestern Nacht an einem Herzinfarkt gestorben ist.

„Schluss, aus un alles vorbei“

Das sind die Momente im Leben, an denen du inne hältst und nachdenklich wirst…

Naturfriedhof Langen

Es geht auch anders…

Gestern war ich auf Ahnenreise und dabei habe ich mir natürlich den Friedhof in Gänze angeschaut. Das Konzept des Friedhofes – nicht nur eine Ruhestätte zu sein, sondern auch natürlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ist sehr gelungen umgesetzt.

Nachdem man den „alten“ Teil mit jüdischem Friedhof inmitten des Friedhofes durchquert hat, kommt man in einen Bereich, in dem man sehr wenig oberflächenversiegelte Bereiche findet.

Bäume, Sträucher und Wildblumenstreifen mit Bienenkästen, Vogelhäuser, Nistkästen ergeben ein Gesamtbild, welches sehr gelungen mit den Gräbern kombiniert ist.

Ganz besonders fand ich auch dies:

Ermöglicht es doch, auch seinen Angehörigen zu gedenken, die weit ab beerdigt sind.

Auch ein gerne in unserer heutigen Zeit vergessenes Thema wird einem vor Augen geführt:

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Ahnenreise

Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung

Heute habe ich meinen Opa, den ich nie kennengelernt habe, besucht. Wobei er sicher nicht dort beerdigt ist, sondern irgendwo im Osten seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

1906 geboren und 1943 „im Krieg geblieben“ – damals war sein Sohn, mein Vater, gerade mal 3 Jahre und hat sicher keine Erinnerungen an Ihn.

Bis vor 5 Jahren wusste ich noch nicht einmal, das es dort einen Grabstein von Ihm gibt. In der Regel findet man ja meist irgendwo eine größere Gedenktafel auf denen die „Söhne der Stadt“ verewigt sind.

Die Sterne sind nicht immer da

Es kommt ein Morgenrot.

Doch der Soldat, so wie er’s gelernt

Zieht in den Heldentod.

Legende vom toten Soldaten – Bertolt Brecht

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