Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

Kategorie: Azrael (Seite 32 von 50)

Alles was mit Azrael himself zu tun hat (Werkstatt, Verbrauch, etc.)

Denkanstoß (1)

Kein Vater sollte sein Kind zu Grabe tragen“

Aufbahrungsraum beim Bestatter

Ich hatte es früher schon einmal angedeutet und heute und morgen nehme ich Euch mit auf die Beerdigung meines Erstgeborenen.

Oben seht Ihr den Aufbahrungsraum beim Bestatter, bei dem wir die Gelegenheit hatten, uns über mehrere Tage lang zu verabschieden. Viele Stunden haben wir hier verbracht, geweint, geschwiegen, gehaddert und gezweifelt…

…an uns, an Gott, an allem.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mir damals die Frage gestellt habe

Warum?

ohne eine Antwort zu bekommen.

Letztendlich habe ich meine Trauer mit der Fürsorge um meine Frau zugedeckt, habe im blinden Aktionismus versucht, diese Situation zu bewältigen und wieder ins Leben zurückzufinden.

Trauerhalle

Man ist in solchen Zeiten so allein, so unsagbar einsam und in den Wochen und Monaten danach verstärkt sich dieses Gefühl, weil niemand versteht, warum man jeden Tag auf den Friedhof geht…

Deshalb ist es so wahnsinnig wichtig, dass es mittlerweile solche Initiativen und Vereine, wie den Veid e.V. gibt, bei dem man Hilfe findet (Link auf der rechten Seite).

„Hast du Angst vor dem Tod“, fragte der kleine Prinz die Rose. Darauf antwortete sie: „Aber nein. Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt soviel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen.“

aus „der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry

Denn der schwache Trost, den Antoine de Saint-Exupery hier beschreibt – „Ich habe doch gelebt“ – den gibt es dort, wo das Leben endet, ohne das es begonnen hat, nicht.

Es gibt kein Haltegriff, kein Kino in dem der Film irgendwann endet.

Zum Glück gibt es heute in vielen Gemeinden die Möglichkeit Sternenkinder zu beerdigen, einen Ort für die Trauer und den Schmerz zu schaffen. Einen Ort, an dem man „mit dem Schicksal hadern kann“, für den stillen Disput mit „da oben“.

Es sind aber immer noch zu wenig dieser Orte und das ist ein Teil der Mission von AzraelsReisen. Wie das Thema Tod immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Unseren westlichen Umgang mit dem Tod zu hinterfragen und zu ändern. Den Tod wieder dorthin zurückzuholen, wo er meiner Meinung nach hingehört:

Mitten ins Leben!

Letztes Licht – L ‚Ame Immortelle

Wiesbaden Nordfriedhof

Oft habe ich bei meinen Streifzügen über die Friedhöfe beim Anblick bestimmter Grabstätten sofort einen Song in den Ohren. Das gilt für den „Komm großer schwarzer Vogel“, wie auch für „Letztes Licht“ von L ‚Ame Immortelle.

Heute möchte ich diesen Song mit Bildern vom Nordfriedhof in Wiesbaden kombinieren – ich hoffe es gefällt Euch:

Geisterhafte Schattenwesen
Folgen mir in jeden Raum
Dämonen, die niemals gewessen
Verjagen jeden Traum


Erinnerungen loszulassen
Ist unendlich schwer
Auch wenn sie sowieso verblassen
In einem Tränenmeer

Wenn meine ganze, kleine Welt(wenn meine ganze, kleine Welt)
Auseinander fällt, alles was mir wichtig schien, zerbricht (im Angesicht des Todes auseinander fällt)
Wen alles, was mir wichtig schien, zerbricht
Bist du, bist du mein letztes Licht

Getrocknete Tintenflecken
Auf meinem Abschiedsbrief
Ein Rorscharchtest voller Schrecken
Während ich im Garten schlief


Das Orchester spielt ein letztes Mal
Sein bestes Stück hier nur für mich
Auf meinem Weg uns dunkle Tal
Lass mich nicht im Stich

Wenn meine ganze, kleine Welt (wenn meine ganze, kleine Welt)
Auseinander fällt, alles was mir wichtig schien, zerbricht (im Angesicht des Todes auseinander fällt)
Wen alles, was mir wichtig schien, zerbricht (bist du, bist du)
Bist du, bist du mein letztes Licht (mein letztes Licht, wenn meine ganze, kleine Welt)
Wenn meine ganze, kleine Welt, im Angesicht des Todes auseinander fällt (auseinander fällt, alles was mir wichtig schien, zerbricht)
Wen alles, was mir wichtig schien, zerbricht
Bist du, bist du mein letztes Licht

Wenn meine ganze, kleine Welt (wenn meine ganze, kleine Welt)
Auseinander fällt, alles was mir wichtig schien, zerbricht (im Angesicht des Todes auseinander fällt)
Wen alles, was mir wichtig schien, zerbricht (bist du, bist du mein letztes Licht)
Wenn meine ganze, kleine Welt (wenn meine ganze, kleine Welt)
Auseinander fällt, alles was mir wichtig schien, zerbricht (im Angesicht des Todes auseinander fällt)
Wen alles, was mir wichtig schien, zerbricht
Warst du, warst du mein letztes Licht

Songwriter: Thomas Rainer / Sonja Kraushofer

Erntezeit

End of Summer

Wenn man jetzt durch die Gegend fährt, dann sieht man schon überall die abgeernteten Weizenfelder. Strohballen oder besser Strohrollen liegen wie Dominosteine verstreut in der Landschaft und irgendwie macht sich ein Gefühl breit, der Sommer wäre schon vorbei.

Dabei soll es ja die nächsten Tagen wieder richtig warm werden und der Sommer ist noch lange nicht vorbei.

Trotzdem beschleicht mich bei einem solchen Anblick immer ein wenig Melancholie, denn schließlich deutet die Erntezeit auf ein Ende hin.

Die Tage werden schon kürzer, die Nächte länger.

Wie empfindet Ihr diesen Anblick?

Geht es Euch ähnlich? Oder müssen erst die Nebelschwaden über das Land kriechen, der erste Frost wie Puderzucker die Landschaft in weiß tauchen?

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