Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

Schlagwort: friedhof (Seite 9 von 10)

Vorfreude

In 9 Tagen werde ich mich mit Azrael auf eine Reise von ca. 1.500 km begeben. Dabei sind Besuche verschiedene Friedhöfe, Schlösser, Seen und Parks geplant und selbstverständlich möchte ich Azrael gebührend in Szene setzen.

#nightshooting im Wald

Unter anderem plane ich in einer Großstadt einen Park zu besuchen, der auf dem Gelände eines seit 1944 nicht mehr genutzten Friedhofes liegt.

Die Gräber sind noch vorhanden und man kann zwischen den Gräbern eine Picknickdecke ausbreiten, ein Buch lesen, die Natur genießen.

Genau dort möchte ich nach Einbruch der Nacht mit meinen Farbstrahlern eine entsprechende Beleuchtung erzeugen und diese natürlich für Euch fotografieren.

Wie denkt Ihr über solche Aktionen? Ist das respektlos den Toten gegenüber – den schließlich sind die Grabstätten noch vorhanden.

Ich gebe allerdings zu bedenken, dass normalerweise nach 30 Jahren eine Grabstätte abgeräumt wird, die Toten bleiben ja unter der Erde.

Wenn man es also nicht sehen würde oder wüsste, dann wäre es ein ganz normaler Park.

Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich schon gespannt bin, ob diese Aktion einen Einsatz von Ordnungskräften hervorruft – aber das ist eine andere Geschichte…

Lassen wir uns überraschen – #staytuned

Die Geometrie des Todes & Leuchtzeichen

Letztes Wochenende habe ich eine Ortschaft kurz hinter Aschaffenburg besucht, da ich dort vor kurzem eine geeignete Stelle für ein #nightshooting entdeckt hatte.

Selbstverständlich befand sich dort auch eine Gedenkstätte für die Gefallenen aus den beiden Weltkriegen – es gibt „schlechtere“…

Gedenkstätte

Doch was mich wieder unangenehm berührt hat, war die Anlage des Friedhofs in nahezu perfekter Geometrischer Form mit ordentlichen Reihen und klar abgegrenzten Bereichen.

Und ohne jegliche schattenspendende Bäume – obwohl rundherum Wald zu sehen ist. Muss das sein? Warum ist es nicht möglich, einen Friedhof, auf dem insbesondere ältere Menschen Ihre Tote besuchen, so anzulegen, dass die Gräber nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne sind.

Azrael vor dem Denkmal

Denn die Blümcher müssen ja gegossen werden…

Wie gefallen Euch die Bilder von Azrael:

Die Würde des Menschen…

…endet beim Sterben.

Waldfriedhof Groß-Umstadt

Harte Worte, leider harte Realität in den letzten Wochen und Monaten. Doch unabhängig von der Pandemie, wie oft lesen wir, dass Menschen still und einsam in Ihrer Wohnung sterben und unbemerkt mehrere Tage und Wochen dort liegen.

Heute habe ich gelesen, das in Hessen das erste Tageshospiz aufgemacht hat, das 6. in Deutschland – ein Ort, an dem Todsterbenskranke tagsüber betreut werden, um dann Abends wieder bis zum nächsten Morgen bei Ihren Angehörigen zu sein.

In anderen Ländern Europas, wie zum Beispiel England oder Österreich gibt es das schon länger und es gibt erheblich mehr Einrichtungen dieser Art.

Meine Mutter ist an Krebs gestorben und konnte zuhause sterben – ich saß an ihrem Bett, als sie ihren letzten Atemzug gemacht hat. Hier gehörte der Tod wirklich zum Leben dazu – wenn ich daran denke, dass sie in der Einsamkeit eines Krankenhauses oder Pflegeheims ihre letzten Stunden verbracht hätte…

Es liegt an uns, dem Sterben und dem Tod wieder Würde zu verleihen. Und damit die Toten zu Ehren – anstatt sie möglichst kostengünstig irgendwo auf einem anonymen Grabfeld still und heimlich zu verscharren.

Den irgendwie hat der Kapitalismus auch hier Einzug gehalten…

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