Heute gibt es ein kleines Update zu den Inhalten im Blog.
Nachdem nun der Spendenmarathon 2023 zu Ende ist, habe ich wieder Zeit mich anderen Projekten zuzuwenden. Hoffe ich zumindest. 🙈
Anfang des Jahres hatte ich von einem Hashtag erzählt, unter dem ich eine Geschichte erzählen möchte – hierzu gibt es bis jetzt nur zwei Beiträge, doch viele werden noch folgen.
Das Projekt wird sicher mindestens über zwei, wenn nicht drei Jahre gehen – schlicht und einfach deshalb so lange, weil ich verschiedene Orte dieser Geschichte aufsuchen möchte und dies entsprechend Zeit, Planung und Geld benötigt.
Damit diese Geschichte als Ganzes erhalten bleibt, widme ich ihr deshalb eine eigenen Seite: #platzdervergessenenkinder
Die Seite ist soeben online gegangen und enthält die ersten beiden Beiträge.
Unabhängig davon bin ich Euch noch den zweiten Teil aus Leipzig schuldig und natürlich das Video davon.
Das steht als nächstes auf meiner To-Do-Liste. Also #staytuned.
Insgesamt 44 Leichenwagen haben an der diesjährigen Demo zum Erhalt zeremonieller Bestattungsfahrzeuge und andächtiger Friedhöfe am Pfingstsamstag in Leipzig teilgenommen – Wahnsinn!
Doch eins nach dem Anderen…
Die Anreise
Wie in den vergangen Jahren auch, sind wir schon Mittwochs nach Leipzig gefahren. Diesmal leider ohne die Lady Leiche, die aus behördlichen Gründen (kein gültiges Kennzeichen), zuhause bleiben musste.
Am Donnerstag ging es zuerst in die Peterskirche.
Peterskirche
Diese von außen sehr eindrucksvolle Kirche, 1885 geweiht, ist eine der größeren Kirchen in Leipzig. Sie hat einen sehr beeindruckenden Innenraum, der leider in einem bedauernswerten Zustand ist.
Erinnerungsort für Sternenkinder
Von dort aus ging es nach Gundorf, einem etwas außerhalb gelegenen Stadtteil von Leipzig.
Dort wird auf dem örtlichen Friedhof ein Gedenkort für Sternenkinder errichtet, den ich mir wegen des verwendeten Steins näher ansehen wollte.
Der Stein aus dem Himalaya wird noch mit zwei Bänken ergänzt. Das ganze Projekt wird von einer Künstler Stiftung errichtet.
Da Sternenkinder unter 500 Gramm bzw. vor der 24 SSW geboren, nicht bestattungspflichtig sind und in der Regel von den Kliniken auf einem Friedhof am Standort der Klinik beigesetzt werden, sind solche Wohnortnahen Gedenkorte für Eltern und Zugehörige sehr wichtig.
Hoch hinaus
Von dort führte uns der kleine Rundtrip hoch über die Baumwipfel Leipzigs.
Ein toller Blick
Der Rosentalturm inmitten des Leipziger Auwalds zwischen der weißen Elster und Gohlis gelegen, bietet einen tollen Rund um Blick auf und um Leipzig herum.
Wieviel wird es werden?
Das Orakel von Leipzig
Selbstverständlich plagte mich die Ungewissheit, mit welchem Ergebnis der Spendenmarathon zugunsten des Bundesverbandes verwaister Eltern und trauernder Geschwister in Deutschland e.V. mit Sitz in Leipzig enden würde.
Leider konnte mir das „Orakel von Leipzig“ hierauf keine Antwort geben.
Den Freitag verbrachten wir dann mit dem Besuch der Leipziger Innenstadt einschließlich der Nikolai- und Thomaskirche, bevor es am Samstag dann auf den Augustusplatz – dem Startpunkt der diesjährigen Demo ging.
Das Leipziger Manifest
Diesen bewegenden Augenblick hat Dirk Marx, einer der Teilnehmer des Leichentreffs am Südfriedhof festhalten können.
Die Verkündung
Ein bewegender Moment – Matthias Beier – der langjährige Organisator der Demo in Leipzig bei der Verkündung des Leipziger Manifestes.
Vielen Dank Matthias für diesen ergreifenden Moment und Deinen langjährigen Einsatz!
Der Text des Manifestes
44 zeremonielle Bestattungsfahrzeuge
Ein Teil der 44 Fahrzeuge
Ab 11 Uhr nahmen die Teilnehmer der Demonstration Aufstellung Rund um den Brunnen auf dem Augustusplatz.
Großes Interesse
Bevor es dann im Konvoi und in Begleitung der Polizei zum Südfriedhof ging – nochmals vielen Dank für die Unterstützung!
Vorher durfte ich der LVZ noch ein kleines Interview geben:
Jetzt sind es nur noch drei Wochen bis zum Finale des Spendenmarathons. Seid Ihr genauso gespannt wie ich, wie hoch die Gesamtsumme sein wird?
Es bleibt nicht mehr viel Zeit, das Ziel zu erreichen!
Die Saarländische Gastfreundschaft
Am Wochenende durfte ich bei der Jahrestagung des VEID in Saarlouis dabei sein und dabei die saarländische Gastfreundschaft kennen lernen. Die örtliche Organisation oblag der Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. (https://www.kinderkrebshilfe-saar.de/). An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die herzliche und schmackhafte 😉 Zeit und Euch noch viel Erfolg bei Euren Projekten!
Da ich mich zurzeit beruflich mit dem Thema Work 4.0 beschäftige, war es sehr Interessant zu erfahren, wie das Thema Trauer im Berufsleben behandelt wird.
Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf, sowohl bei der Unterstützung der Trauernden, wie auch der Betriebe und Verantwortlichen. Gerade vor dem Hintergrund des Eintritts der Generation Z in das Arbeitsleben wird dieses Thema in Zukunft eine größere Rolle spielen, was vielen Unternehmen nicht bewusst sein dürfte.
Sowohl die Attraktivität von Unternehmen wird zukünftig mehr an solchen Kriterien wie Fürsorge für die Arbeitnehmenden gemessen werden, andererseits dürfte die Häufigkeit von altersbedingten Sterbefällen in einer älterwerdenden Arbeitnehmerschaft zu nehmen.
Sternenkinder
Ganz besonders beeindruckend fand ich den Workshop von Sandra und Rebecca von den Sterneneltern Saarland (https://sternenelternsaarland.de), die Ihre Betreuung in der Akutsituation vorstellten.
Dabei erzählten Sie nicht nur von Ihrer Arbeit, sondern wir konnten selbst 3-D-Modelle erstellen. Dies sind Abdrücke von den Füßen oder Händen der kleinen Sternenkinder, auch von Kindern vor der SSW 24.
Die Sterneneltern Saarland gibt es erst seit 2018, doch in dieser kurzen Zeit und auch noch während der Pandemie wurde hier eine Organisation aufgebaut, die in kurzer Zeit für Betroffene in allen 8 Geburtskliniken im Saarland vor Ort ist.
Ich kann jedem nur empfehlen, einmal die Webseite des Vereins – der seit kurzem auch einen eigenen Podcast hat – zu besuchen.
Andere Wege gehen
Gedenkort in Saarlouis
Das Motto der Jahrestagung lautete „Andere Wege gehen“ – deshalb möchte ich Euch auch auf einen besonderen Ort in Saarlouis aufmerksam machen, der auf Initiative der Sterneneltern geschaffen wurde.
Auf dem Bild oben seht Ihr einen Gedenkort in einem öffentlich zugänglichen Park, an dem man seiner Toten gedenken kann, auch wenn es vielleicht keine Grabstätte (mehr) gibt oder diese in Ferner Heimat ist.
Gedenktafel
In der heutigen Zeit fehlen solche Orte des Gedenkens, solche Orte der Trauer ganz besonders. Nicht nur, das traditionelle Grabstätten auch aus Kostengründen und Gründen der Grabpflege immer weniger werden, die Welt ist heutzutage „kleiner“ geworden.
Wer wohnt heute noch an seinem Geburtsort oder Geburtsland?
Eine tolle Idee, die – wie ich meine – in vielen Städten und Gemeinden Nachahmung finden sollte – Trauer kennt keine Grenzen und keine Nationalitäten!
Ganz besondere Menschen
Beeindruckt hat mich aber ganz besonders die Herzlichkeit und das Engagement aller, welche ich an diesem Wochenende kennen lernen durfte. Alle haben Ihre eigene, persönliche Geschichte, manche erst vor kurzem, manche schon Jahrzehnte hinter sich – doch sie alle eint eines, das Engagement für andere da zu sein, wenn diese Hilfe bedürfen!
Dies ist so kostbar in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit!
Und jeder Euro, der über den Spendenmarathon für die Arbeit des VEID zusammenkommt, ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für diese Menschen!
Ein Klick auf das Bild genügt und Ihr werdet auf betterplace geleitet.