Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

Schlagwort: Leipzig (Seite 1 von 4)

44 oder sogar 45

Zählen schwarze Volvos auch?

Matthias, der langjährige Organisator des Leichentreffs am Südfriedhof, schreibt in seinem Blog von sogar 45 Teilnehmern in diesem Jahr:

Ob er dabei seinen Daily mitgerechnet hat?

Augustusplatz 1

Treffpunkt Augustusplatz

Wie ich ja bereits erzählt hatte, war diesmal der Augustusplatz Startpunkt für die Demo.

Augustusplatz 2

Als wir gegen kurz nach 11 Uhr am Platz eintrafen, standen schon mindestens 15 Fahrzeuge am Brunnen.

Augustusplatz 3

Bei strahlendem Sonnenschein reihte sich ein Leichenwagen an den anderen.

Die Demo durch Leipzig

Aber nicht nur der Startpunkt der Demo war diesmal ein anderer – wie auf verschiedenen Videos auf Youtube (meiner fehlt noch) zu sehen ist, haben wir eine andere und längere Route zum Südfriedhof genommen.

Nach ca. 30 Minuten trafen wir am Ziel ein.

Mit großem Optimismus bogen wir auf “unseren” Platz – der diesmal größer abgesperrt war – ein und glaubten, das Chaos beim Aufstellen der Fahrzeuge wie im letzten Jahr vermeiden zu können.

Aufstellung am Südfriedhof

Das Kreuz mit den Lebenden

Kreuz auf dem Wagendach

Doch trotz ausreichend aufgestellter Halteverbotsschilder mit dem Hinweis auf die Demo waren einige Besucher der Meinung, Ihre Fahrzeuge auf der Aufstellfläche der Leichenwagen zu parken.

Verständlicherweise waren nicht nur wir angesäuert, sondern auch die mitgereiste Polizei – noch mal vielen Dank für Euren Einsatz!

Wir überlegen, ob wir das nächste Mal zur Feuerbestattung der Falschparker übergehen…

Natürlich führte dieses Verhalten zu Verzögerungen beim Parken – hatte ein wenig von Leichenwagentetris, was aber mit Bravour von unseren Organisatoren gelöst wurde.

Was vielleicht auch daran lag, dass die Farbauswahl bei den Fahrzeugen etwas limitiert war…

Schließlich hatten wir alle Platz gefunden und es war eine wahre Augenweide – Cadillac, Chevrolet, Mercedes, Opel, Ford, Volvo, und, und, und mit Aufbauten von Miller-Meteor, Eagle, Pollmann, usw.

Ein diverser und breit gemischter Streifzug durch die Geschichte zeremonieller Bestattungswagen und mit Sicherheit ein würdevoller Rahmen für eine Bestattung.

Innenleben

Selbstverständlich war es auch möglich, das Innenleben der Fahrzeuge zu betrachten. Teilweise stilvoll mit Sarg und Dekoration hatten sich die FahrerInnen ins Zeug gelegt, Ihre “Leiche” präsentieren.

Die Spendenurne

In Azrael stand natürlich wieder die Spendenurne bereit.

Und wer genau hingeschaut hatte, konnte da noch etwas anderes entdecken – dazu jedoch ein anderes Mal mehr.

Soviel von 2023 – wir sehen uns!

44

Wer hätte das gedacht?

Insgesamt 44 Leichenwagen haben an der diesjährigen Demo zum Erhalt zeremonieller Bestattungsfahrzeuge und andächtiger Friedhöfe am Pfingstsamstag in Leipzig teilgenommen – Wahnsinn!

Doch eins nach dem Anderen…

Die Anreise

Wie in den vergangen Jahren auch, sind wir schon Mittwochs nach Leipzig gefahren. Diesmal leider ohne die Lady Leiche, die aus behördlichen Gründen (kein gültiges Kennzeichen), zuhause bleiben musste.

Am Donnerstag ging es zuerst in die Peterskirche.

Peterskirche

Diese von außen sehr eindrucksvolle Kirche, 1885 geweiht, ist eine der größeren Kirchen in Leipzig. Sie hat einen sehr beeindruckenden Innenraum, der leider in einem bedauernswerten Zustand ist.

Erinnerungsort für Sternenkinder

Von dort aus ging es nach Gundorf, einem etwas außerhalb gelegenen Stadtteil von Leipzig.

Dort wird auf dem örtlichen Friedhof ein Gedenkort für Sternenkinder errichtet, den ich mir wegen des verwendeten Steins näher ansehen wollte.

Der Stein aus dem Himalaya wird noch mit zwei Bänken ergänzt. Das ganze Projekt wird von einer Künstler Stiftung errichtet.

Nähere Infos gibt es bei FB oder hier https://xn--knstler-stiftung-jzb.de/

Da Sternenkinder unter 500 Gramm bzw. vor der 24 SSW geboren, nicht bestattungspflichtig sind und in der Regel von den Kliniken auf einem Friedhof am Standort der Klinik beigesetzt werden, sind solche Wohnortnahen Gedenkorte für Eltern und Zugehörige sehr wichtig.

Hoch hinaus

Von dort führte uns der kleine Rundtrip hoch über die Baumwipfel Leipzigs.

Ein toller Blick

Der Rosentalturm inmitten des Leipziger Auwalds zwischen der weißen Elster und Gohlis gelegen, bietet einen tollen Rund um Blick auf und um Leipzig herum.

Wieviel wird es werden?

Das Orakel von Leipzig

Selbstverständlich plagte mich die Ungewissheit, mit welchem Ergebnis der Spendenmarathon zugunsten des Bundesverbandes verwaister Eltern und trauernder Geschwister in Deutschland e.V. mit Sitz in Leipzig enden würde.

Leider konnte mir das “Orakel von Leipzig” hierauf keine Antwort geben.

Den Freitag verbrachten wir dann mit dem Besuch der Leipziger Innenstadt einschließlich der Nikolai- und Thomaskirche, bevor es am Samstag dann auf den Augustusplatz – dem Startpunkt der diesjährigen Demo ging.

Das Leipziger Manifest

Diesen bewegenden Augenblick hat Dirk Marx, einer der Teilnehmer des Leichentreffs am Südfriedhof festhalten können.

Die Verkündung

Ein bewegender Moment – Matthias Beier – der langjährige Organisator der Demo in Leipzig bei der Verkündung des Leipziger Manifestes.

Vielen Dank Matthias für diesen ergreifenden Moment und Deinen langjährigen Einsatz!

Der Text des Manifestes

44 zeremonielle Bestattungsfahrzeuge

Ein Teil der 44 Fahrzeuge

Ab 11 Uhr nahmen die Teilnehmer der Demonstration Aufstellung Rund um den Brunnen auf dem Augustusplatz.

Großes Interesse

Bevor es dann im Konvoi und in Begleitung der Polizei zum Südfriedhof ging – nochmals vielen Dank für die Unterstützung!

Vorher durfte ich der LVZ noch ein kleines Interview geben:

Der Bericht der LVZ auf Instagram

Der Tod, die Liebe und eine Durststrecke

Marathonmonday, 27. März 2023

Ja, ich neige dazu, Dinge miteinander zu verknüpfen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – denn was hat eine Durststrecke mit Liebe und Tod zu tun und welche Rolle spielt dabei Shakespeare?

Auslöser für diese etwas skurrile und seltsame Verknüpfung war eigentlich mal wieder eine liebenswerte Erinnerung in FB, die mir ein Bild aus der Vergangenheit präsentierte, bei der ich den Schriftzug “DEATH” aus Leuchtbuchstaben gebildet hatte.

Waldfriedhof Darmstadt

Spontan dachte ich, diese Buchstaben sollte ich auch mal wieder bei einem Shooting verwenden und durchforstete dabei meine umfangreiche Bildersammlung.

Dabei entdeckte ich eine Bilderserie eines Nightshootings am Darmstädter Waldfriedhof.

In einer mondhellen Nacht gelangen mir ein paar tolle Aufnahmen.

Death

Für mich sind die beiden Begriffe Death & Love – Tod und Liebe unmittelbar miteinander verbunden.

Love

Denn welche elementaren Gefühle löst der Tod eines geliebten Menschen bei uns aus und ähnliche und sicher in der Intensität vergleichbare Gefühle sind mit der Liebe verbunden?

Wer einmal geliebt hat, weiß wovon ich spreche!

Und es ist die Liebe zu einem Menschen, der uns, wenn er tot ist, in tiefer Trauer zurück lässt.

Pfingsten 2021

Die Buchstaben hatte ich auch 2021 – bei meiner ersten Teilnahme am Leichentreff am Südfriedhof mit Azrael – dabei. Wobei dies, bedingt durch die Pandemie, kein offizielles Treffen war.

Dabei kam es auch zu dem unten gezeigtem Treffen am Heidnischem Dorf, bei dem die Buchstaben zum Einsatz kamen.

Treffen am Heidnischen Dorf 2021

Und damit sind wir auch wieder beim Spendenmarathon angekommen, denn das Finale findet ja am Pfingstsamstag eben beim Leichentreff am Südfriedhof statt.

Und dort werden wir sicher diese drei Protagonisten der Szene wieder sehen.

Leider hat sich in den letzten 7 Tagen wenig getan, deswegen spreche ich hier von einer Durststrecke…

Hat sich der Kreis für Euch erschlossen?

Gut, dann gehe ich davon aus, das Ihr kräftig die Werbetrommel für den Spendenmarathon rührt und wir uns in Leipzig sehen!

Und was hat nun Shakespeare damit zu tun?

Wer, wenn nicht er, kennt sich mit der Liebe und dem Tod besser aus?

Schließlich ist Romeo und Julia das Meisterwerk einer tragischen Liebesgeschichte schlechthin und hier überlasse ich Ihm gerne das letzte Wort:

Come, gentle night, come, loving, black-brow’d night,
Give me my Romeo; and, when he shall die,
Take him and cut him out in little stars,
And he will make the face of heaven so fine
That all the world will be in love with night
And pay no worship to the garish sun.

aus Romeo und Julia von W. Shakespeare

Bis nächste Woche

Azrael

« Ältere Beiträge

© 2024 AzraelsReisen

Theme von Anders NorénHoch ↑

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner