Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

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Exkursionen 2022 – Mosel 9

River of Life (9)

Irgendwo in den Weinbergen

Nachdem wir in den kleinen Ort hineingefahren waren, ging es relativ steil bergauf. Das Navi forderte uns auf rechts in einen schmalen Weg – kaum breiter als Azrael abzubiegen.

Ob das eine so gute Idee ist?

Ich entschied mich dagegen, fuhr noch ein Stück weiter hoch, um dann rückwärts in einer Auffahrt zu wenden. Natürlich beobachtet von einem älteren Pärchen, die ihre Gartenarbeit ob des doch etwas ungewohnten Anblicks unterbrochen hatten.

Daumen hoch

Anerkennend zeigte der Daumen des Mannes nach oben, während ich kurbelnd wieder zurück auf die Straße fuhr. Fenster runter und freundlich nach dem jüdischem Friedhof gefragt.

„Da müssen Sie vorne links abbiegen und dann ein Stück in den Weinbergen weiter.“ – „Der schmale Hohlweg? Passe ich da durch?“

„Kein Problem, ich fahre da auch immer mit meinem TWINGO lang. Aber Vorsicht, nicht das er aufsetzt, dass ist teilweise ziemlich holprig.“

Dann Augen zu und durch – dachte ich – wobei der Vergleich mit dem TWINGO…

Das Ziel

Nach einer 120 Grad Kurve öffnete sich der Weg und wir gelangten dann doch problemlos und ohne Gegenverkehr an das Ziel.

Bis 1932…

Leider war der Friedhof abgeschlossen, doch Dank eines Teleobjektivs waren diese Aufnahmen kein Problem.

Tolle Aussicht
Malerisch
Die Mosel im Hintergrund

Von hier aus ging es nun runter nach Bernkastel-Kues.

#staytuned #gegendasvergessen

Exkursionen 2022 – Mosel 7

River of Life (7)

Mitten im Wald

Nachdem wir den ersten Tag mit einer warmen Suppe im ehemaligen Kloster Machern beendet hatten, begannen wir den zweiten Tag direkt gegenüber des Klosters in Zeltingen.

Der kleine Ort befindet sich unterhalb der Hochmoselbrücke. Von hier aus ging es in mehreren Schleifen hoch in die Weinberge.

Auch hier wieder die Frage, wie weit können wir fahren und wo ist der Friedhof?

Der neue jüdische Friedhof

Zwei Friedhöfe

In Zeltingen gab/gibt es zwei jüdische Friedhöfe – den alten Friedhof, mit 6 erhaltenen Grabsteinen wurde bis 1876 genutzt, der neue jüdische Friedhof hat etwa 65 Grabsteine und wurde bis in die späten 30er Jahre genutzt.

Beide Friedhöfe wurden gemeinsam von den Juden in Zeltingen und Rachtig genutzt.

1939 verlies der letzte jüdische Mitbürger die Gemeinde.

Wir waren auf der Suche nach dem neuen jüdischen Friedhof, etwa 160 Meter oberhalb des Ortes in einem Waldstück gelegen, unweit der B 50.

Blick vom alten Friedhofsteil auf den neuen Teil

Da es in der Nacht frostig gewesen war, tropfte es um uns herum ständig herab.

Wassertropfen

Im unteren Bereich des Friedhofes sind etwa 60 Grabsteine zu finden, der älteste von 1876, außerhalb der Friedhofsmauer befindet sich der neue Teil des Friedhofes, ca. 1927 errichtet mit 5 Grabstätten.

Der neue Teil des Friedhofes

Es war ein gelungener Auftakt des zweiten Tages – allein diese Ruhestätte war die Reise wert.

Spuren des Frostes

In Gedenken an die während der Nazi-Zeit umgekommenen Juden aus Zeltingen und Rachtig:

Alfred Bach (1882), Ella Bach geb. Bach (1868), Gutella (Gudella) Ermann geb. Bach (1858), Rosa Grünhut geb. Marx (1876), Rosa Herz geb. Ermann (1879), Rosa Herz geb. Ermann (1879), Hedwig Hirsch geb. Bach (1869), Ludwig Kaufmann (1865), Sibilla Kaufmann (1874), Sophie Löb geb. Ermann (1880), Oskar Schömann (1891), Amalie Spanier geb. Kaufmann (1871), Klothilde Grünhut (1915), Rosa Grünhut geb. Marx (1876), Hedwig Heilberg geb. Marx (1905), Babette Irma Höflich geb. Marx (1906)*, Pauline Levy geb. Marx (1886), Daniel Marx (1869), Eduard Marx (1877), Gottfried Marx (1881), Leo Marx (1915), Klothilde Marx (1915), Lion Marx (1876), Karl Moser (1882; geboren als Nathan Moses); Betty Tobias geb. Marx (1905), Jakob Wendel (1855)

Quelle: http://www.alemannia-judaica.de/

#staytuned #gegendasvergessen

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