Ein Leichenwagen und seine Erlebnisse

Schlagwort: Waldfriedhof (Seite 1 von 4)

Bestattungswald Eichen

In der Ruhe des Waldes

„Die Kapelle“

Gestern habe ich einen Bestattungswald besucht.

Grundsätzlich stehe ich dieser „modernen“ Form der Bestattung im Wald ohne eigentliche Grabstätte etwas distanziert gegenüber. Doch gerade dieser Besuch und die Atmosphäre des Ortes haben ein Umdenken ausgelöst.

Doch seht Selbst:

Das Grundprinzip ist überall nahezu gleich. Um einen Baum herum gibt es die Möglichkeit bis zu 12 Urnen beizusetzen.

Die Gräber sind lediglich durch eine Plakette am Baum ersichtlich. Grabschmuck oder das Ablegen von Blumen und Gegenständen ist nicht gestattet. Ausnahmen sind am Todes- oder Geburtstag gestattet.

Daher ist es nicht gestattet:
a) Grabmale, Gedenksteine und sonstige
baulichen Anlagen zu errichten.
b) Kränze, Grabschmuck,
Erinnerungsstücke oder sonstige
Grabbeigaben niederzulegen.
c) Kerzen und Lampen aufzustellen.

aus einem Infoflyer der Stadtverwaltung

Das die Realität etwas anders aussieht, zeigen die Bilder. Doch finde ich persönlich die dort vorhandenen „Beigaben“ dem Ort angemessen.

Selbstredend, dass Kerzen in einem Wald nichts zu suchen haben und der Gebrauch von elektrischen Grablichtern finde ich auch auf einem normalen Friedhof – sagen wir – suboptimal.

Naturfriedhof Bischling

Nur ein Trend?

Vor kurzem habe ich dem Naturfriedhof Bischling im Spessart einen Besuch abgestattet.

Idyllisch am Waldrand oberhalb von Sailauf gelegen, befindet sich dort dieser Wald- oder Naturfriedhof. Die Grabstätten sind rings um die Bäume angelegt und kleine Grabsteine helfen die jeweiligen Gräber zu finden.

Grundsätzlich bin ich von solchen Anlagen angetan, symbolisieren Sie doch stärker als es ein „normaler“ Friedhof kann, die Vergänglichkeit und den Kreislauf des Lebens. Doch auf der anderen Seite denke ich an die Angehörigen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und dann nicht mehr ohne fremde Hilfe und unabhängig ihre Lieben besuchen können.

Da fällt mir immer eine Begebenheit an einer Urnenwand ein, welche ich beobachten konnte:

Ältere Dame tritt an eine Urnenwand heran und klopft an eine Grabplatte. „Schorsch, ich bin jetzt da.“

Im ersten Takt war ich doch sehr verwundert, im zweiten Takt musste ich, ob dieser Geste der Liebe und Nähe, die in dieser Begrüßung lag, lächeln.

Weiterhin „stört“ mich die Tatsache, dass es hier „nur“ Urnengräber gibt und mit dem Gedanken, mich verbrennen zu lassen, konnte ich mich noch nicht anfreunden.

Wie denkt Ihr darüber?

Modetrend, Zeitgeist oder schöner Gedanke und das wäre eine Option für Euch?

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